Verlockendes Angebot mit Haken und Ösen

Was ist dran an dem 100-$-Geschenk von EuroUS?

der geldfuxx-favorit für das trading am vorletzten oktobertag 2017
Unser Favorit für das Trading am Montag, 30. Oktober 2017 – die Bank Credit Agricole

„Wer das nicht macht ist dumm!“- die Werbebotschaft in Mails und Beiträgen ist aggressiv. Und in der Tat, es klingt nicht nur verrückt, es ist auch sehr verlockend: Und es ist tatsächlich auch real – bei EuroUS erhalten Sie wirklich eine Gutschrift von 100 USD bei Ihrer Anmeldung! Es ist Ihr Startkapital für den Forexhandel und den Handel mit Binären Optionen. Wobei Sie selbst nicht handeln werden, diese Tätigkeit läuft im Hintergrund ab. Ihre Aufgabe ist es bei den Optionen, die Währungspaare und Ihren Einsatz festzulegen. Schwierig genug, denn Sie haben keinerlei Anhaltspunkte nach welcher Strategie verfahren wird, ob es ein einmaliger Handel und über welchen Zeitraum ist. EuroUS nennt sich „world analytic program“ – soll hier unsere Kraft zur Intuition analysiert werden?

Was können Sie nun mit den 100 USD anfangen? Auszahlen geht nicht, das „Geschenk“ ist demnach kein echtes! Sie müssen zocken, sich also auf den Handel an Börsenplätzen oder dem mit Binären Optionen einlassen. Wenn Ihr Kontostand dann auf 200 USD angewachsen ist, können Sie das erste Mal die Häfte davon zur Auszahlung beantragen. Die einen 100 USD sind das Minimum, die anderen der Mindestbetrag, welcher im Konto verbleiben muss. Schließlich sollen Sie ja weiter an dem Programm teilnehmen. Hier endet die Geschichte vom „Geschenk“, denn wenn Sie es bis hierher geschafft haben, ist der Auszahlungsbetrag zeitaufwändig erarbeitet und wohl verdient worden. Zeit ist bekanntlich Geld – ob der Stundenlohn hier noch passend ist, muß sich erst noch erweisen.

Auszahlungen, so steht’s im Kleingedruckten unterhalb der entsprechenden Anforderungsseite, werden jeweils bis zum 25. eines Monats angenommen und zum 30. des Monats ausgeführt. Bis dahin ist jedoch ein langer Weg für Otto-Normalverbraucher ohne eMailliste oder MLM-Struktur, denn die Systemadministratoren haben ein paar Hürden eingebaut. Die reichen vom „Basic“- über den „Active“- bis hin zum „Pro“-Status mit unterschiedlichen Qualifikationsmerkmalen und Handelsmöglichkeiten.

In der „Basic“-Stufe fängt jeder Neuhinzukömmling an. Sein Handelslimit pro Trade beträgt zwischen einem und fünf US-Dollar. Die entsprechen dann auch seinem Einzel-Handelslimit bis er insgesamt 20 Trades getätigt hat. Als weiteres zusätzliches Merkmal, um in den nächsten Status aufzurücken, sind zehn Neuanwerbungen festgesetzt. Ohne die bleibt es bei dem 5er-Limit und 50 Cent Werbebonus für jedes neugeworbene Mitglied.

Hat man den „Active“-Status erreicht, steigt die Anwerbeprovision auf einen Dollar, man kann pro Trade bis zu 15 USD riskieren und es gibt „Additional percent in transactions: 10%“. Sie möchten wissen, was dies bedeutet? Hätten wir auch gerne gewußt – die FAQ geben dazu jedoch nur sehr dürftige, vage und überaus interpretierfähige Hinweise:

Additional income?

We encourage constant and active participants in the partnership program. You can see the details in the personal account – in the section „My status“.

 und

How much can I earn on referrals?

You will be able to receive up to 30% of their income, as well as from $ 0.5 for each new participant.

Nachdem geklärt ist, daß hier nichts geklärt ist, widmen wir uns dem „Pro“-Status: Der beginnt mit dem 31. von uns persönlich angeworbenen neuen Teilnehmer, wenn wir bis dahin auch noch 50 Transaktionen durchgeführt haben. Die fünfzig sind die geringste Aufgabe. Dafür dürfen wir dann in Zukunft bis zu 30 USD pro Handel einsetzen, bekommen für jeden weiteren neuen Teilnehmer stolze 1,50 USD Prämie und die ungeklärten 25 % „additional percent in transactions“.

Neben dem Startkapital spendiert die Company gelegentliche Tagesboni von einem Dollar für den Seitenlogin (einmalig pro Tag) und gelegentlich gleichhohe Gewinngutschriften. Woher diese tatsächlich kommen, entzieht sich unserer Kenntnis. Möglich wäre es, daß diese als Ein-Dollar-Zuckerl für die sich wochentags im Hintergrund öffnenden Werbefenster gedacht sind, allerdings für alle – nicht pro Werbung! Dort ist alles vertreten was man sich erwartet, oder auch nicht – Spielcasino, Modemagazin, Versicherungsvertreter. Aber auch beim ersten Aufruf des Menüpunktes „Binäre Optionen“ war es so weit und ein weiterer Dollar purzelte in unsere Kontobilanz.

unser tip fuer den morgigen handel mit binaeren optionen
Unser Tip für den morgigen Handel mit binären Optionen

Das mit der Kontobilanz ist ohnehin so eine Sache. Bei Gutschriften sehen Sie zwar Ihren Kontostand anwachsen, erfahren aber nicht, aus welcher Aktivität konkret der Gewinn herrührt. Bei Verlusten ist das ebenso – Ihr weiteres Trading bleibt somit reines Glücksspiel. Allerdings läßt sich dieses etwas eingrenzen: durch die Auswahl generell nur einer Option – also entweder Trading oder Binäre Optionen. In der Sparte Trading haben wir uns im ersten Versuch wiederum die fünf Optionen mit den höchsten Gewinnerwartungen ausgesucht. Naturgemäß müßten das ja dann auch die Optionen mit der aggressivsten – also risikofreudigsten – Handelsstrategie sein, weshalb wir uns ein Tageslimit von maximal 20 USD für alle Aktivitäten gesetzt haben.

Das Tagesergebnis für Samstag (nur Trading) waren 19,35 USD Gewinn. Dem Schluß folgend, daß Forexhandel am Wochenende wegen der geschlossenen Börsen nicht möglich ist, wurde für den Sonntag der Schwerpunkt auf die binären Optionen gelegt. Prompt schmolz unser Guthaben auf 115 USD zusammen. Für morgen Montag, haben wir es wieder mit einem kleinen Mix versucht. Im Trading setzen wir voll auf die Credit Agricole mit einer Erwartung zwischen 29 und 54 Prozent. Dazu wurden drei Binäre mit Erwartungen zwischen 22 Prozent als niedrigstem (NZD/AUS) und 51 Prozent (EUR/GBP) als höchstmöglichem Ergebnis gewählt.

Egal wie dieses aus Unachtsamkeit und Ablenkung zustande gekommene Experiment ausgeht, ab Montag geht es wieder strikt mit reinem Trading weiter. Und wir werden im nächsten Newsletter natürlich auch wieder zu den Fortschritten berichten. Übrigens: Der Sonntag blieb werbefrei.

Unser erstes Fazit zu EuroUS fällt positiv aus, es läßt uns aber nicht in Jubelstürme ausbrechen. Warum? Mit dem „Klein-Klein“ im Status „Basic“ ist das System ein klarer und unlukrativer Zeitfresser. Für Leute, die nichts besseres zu tun wissen und für generelle Stubenhocker mag das okay sein, dazu rechnen wir aber unsere Leser nicht. Für Leute, die vorwärts kommen wollen ist EuroUS eher weniger geeignet, erst recht aber nicht, für Menschen, denen die Kontakte zu qualifizierten Nachfolgern in ausreichender Menge fehlen. Und hier scheiden sich wieder einmal die Geister.

Der Geldfuxx lehnt es ab, eine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen und seine Leser zur Teilnahme aufzufordern, wenn diese nicht für sich sicherstellen können, daß zumindest jeder aus der „ersten Generation“ der nach ihnen kommenden Teilnehmer in der Lage ist, ebenfalls die elf, wenn nicht gar 30 Nachfolger dem System zuzubringen. Und wer kann das schon? Wenn das aber nicht passiert, stellen sich in aller Regel Frust, Ärger und „verbrannte Erde“ schneller ein, als womöglich die hundert Dollar im System verbrannt sind. Und das ist es uns nicht Wert. Im Übrigen haben wir generelle Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Seite, denn sie kennt kein Logout und das ist bei einer Seite für finanzielle Transaktionen doch sehr ungewöhnlich und fahrlässig.

Einen unbestreitbaren Vorteil hat EuroUS allerdings auch: Man kann dort kein eigenes Geld verlieren, da es bisher keine Option für eine Einzahlung gibt. Überraschungen auf Dauer allerdings auch hierzu nicht ausgeschlossen…

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