Recyclix läßt die Katze aus dem Sack

Bisheriges Partner-Modell entpuppt sich als „automatisierter Rattenfänger“

supernova recyclix
Mutiert der Stern am Unternehmerhimmel zur Supernova der Investmentfonds?

Seit dem 20. November wissen es die Geldfüxxe inoffiziell – Recyclix möchte die Kundengelder aus dem bisherigen Kooperationsverträgen umswitchen in einen Investmentfonds. Unsere schriftliche Anfrage im Supportbüro Koblenz wurde gestern damit beantwortet, daß man uns den aus einer Facebook-Gruppe kopierten Text, den wir unserer Anfrage als Grundlage derselben mitgeschickt und hier als pdf zum Download bereitgestellt haben, nunmehr nahezu und in den Kernaussagen absolut unverändert als eMail-Text zurück geschickt hat. Ein ganz besonderer Stil, der sich hier offenbart, wie der Geldfuxx meint.

Das bisherige Modell der Partnerschaft wird es voraussichtlich ab Mitte 2017 dem zu Folge nicht mehr geben. Wer sich bei Recyclix jetzt noch in Plastikabfall engagiert, dessen Müllpositionen haben maximal zehn Zyklen vor sich, in denen sie Gewinne erwirtschaften können.  Jede mittelfristige Renditeplanung selbst aus dem Frühjahr 2016 ist damit zur Makulatur geworden. Nicht wenige Recycler stehen fassungs- und vor allem informationslos vor dem Müllhaufen ihrer einstigen Rentenplanung.

Was bisher als „Insider“-Information vornehmlich in Facebook-Gruppen verbreitet wurde und ein äußerst zwielichtiges Schlaglicht auf die Informationspolitik der Firma wirft, ist seit heute Morgen auch offiziell beim Login in das Recyclix-Partnerkonto für jeden nachlesbar. Sofern er der englischen Sprache mächtig ist, ansonsten muß er sich mit einer miserablen Google-Übersetzung behelfen. Ein deutscher Newsletter mit Erläuterungen zu der neuen Lage wird aus dem Koblenzer Büro von CCO Klaus Heusslein zwar angekündigt, eingetroffen sind die von zahlreichen Recyclern dringend benötigten Informationen bis zur Stunde jedoch noch nicht.

Auch die Werbung für Recyclix beziehungsweise für eine Teilnahme dort, läuft mit unveränderten Aussagen in Videos und Beschreibungen weiter. Keine Hinweise auf die bevorstehende – und wie wir meinen – dramatisch grundlegende Veränderung des Angebotes. Hier wird weiter versucht, Geld einzuwerben mit Zusagen, von denen feststeht, daß sie so wie angeboten, nicht mehr zustande kommen werden. Der Geldfuxx bewertet das als über alle Maßen unseriös!

Wer weniger mit dem bisherigen Partner-Geschäftsmodell von Recyclix vertraut ist, mag zu dem Ergebnis kommen, daß 14 Prozent Rendite in fünf Wochen doch ein recht anständiges Ergebnis sind. Das ist durchaus nicht von der Hand zu weisen. Man sollte aber dabei berücksichtigen, daß in den ersten drei Zyklen der „Wiederverkaufswert“ mit schmalen 25 Prozent des ursprünglich investierten Betrages kräftig im Minus ist. Erst im Laufe weiterer Zyklen baut sich der Wert der recycelten Müllmenge zu einem ansehnlichen Kapitalstock auf und es entsteht tatsächlicher Gewinn. Die zehn Zyklen „Restlaufzeit“, die die Firma jetzt gekauften Müllpositionen bis zur endgültigen Umstellung auf den Fonds zubilligt, sind ein Witz angesichts der dann folgenden Konsequenz und der bislang möglichen Perspektiven.

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Die für Geldfüxxe empfohlene Automatik-Einstellung

Darum an dieser Stelle jetzt schon einmal eine klare Empfehlung vom Geldfuxx an seine Team-Partner: stellt die Funktion von „Automatisch neu starten und Profit re-investieren“ am Seitenende Eurer Profilangaben um auf „Automatisch neu starten und Profit zur Auszahlung bereitstellen“. Das sichert Euch größtmögliche Flexibilität, sollten Euch die für Januar 2017 angekündigten Informationen zu den Fonds-Konditionen nicht gefallen und bringt Euch nicht in Zugzwang!

Ein weiterer Vorteil: Eure Müllpositionen aus der Vergangenheit laufen bei dieser Einstellung mit ungeschmälerten Erträgen bis zum Zwangsende weiter. Zudem bleiben Eure Optionen über eine Entscheidung zur Fondsteilnahme bewertet auf der Grundlage der jetzt zur Verfügung stehenden Informationen uneingeschränkt erhalten.

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(zum Vergrößern bitte klicken)

Wer heute, am 23. November 2016, einhundert EUR investiert, erhält laut offiziellem Gewinnplan-Rechner nach zehn Zyklen am 8. November 2017 bei Verkauf des Granulats 277,84 € zurück (Bild Recyclix Gewinnrechnung nebenstehend).

Entweder Sie ziehen ihr Geld mit dem dann auf die Investitionszeit im gesamten gesehenen, schmalen wirtschaftlichen Ergebnis aus dem Unternehmen ab oder Sie lassen sich auf den Fonds ein. Ob der nun als „offener“ oder „geschlossener“ Fonds daherkommt – die Anzeichen deuten auf einen geschlossenen Fonds hin – ist erst einmal nicht wichtig. Alleine schon die Tatsache, daß er mit Blick auf die steuerlichen Belange der Investoren vollkommen anders zu behandeln ist, wie eine Kooperation von Geschäftspartnern und daraus resultierende Unternehmensgewinne, darf von den jetzigen Partnern und künftigen Anlegern nicht unterschätzt werden. Besonders Renter werden hier mit spitzem Bleistift rechnen müssen.

Wenn Sie sich jetzt von Recyclix „geprellt“ fühlen, ergeht es Ihnen wie dem Geldfuxx. Mit Blick auf das famose Müllgeschäft läßt sich jedoch an den Fakten nichts verändern, die hat man nach Meinung der Polen einfach zu schlucken. Die Konsequenz muß daher eine andere sein!

Da es ja jetzt mit anderen am Markt befindlichen Investment-Angeboten verglichen werden muß, war das Recyclixangebot noch nie „herausragend gut“. Das Besondere war, daß die Rendite aus einem realen Verarbeitungsprozeß und anschließendem Handelsgeschäft resultierte. Selbst wenn der Fonds die gleichen Einnahmen erzielen sollte, kann die Rendite – sie ist dann für die Investoren Ertrag einer Kapitalanlage und nicht mehr ein Unternehmensgewinn – nicht mehr den bisherigen Ergebnissen entsprechen. Was bisher jeder Recycler für sich selbst entschieden und gemanagt hat, geschieht zum Beispiel in Zukunft zentral und für alle gleich. In welcher Form nun die Kosten etwa für Maschinen und Verwaltung in das Fondsmodell einfließen, spielt dabei keine Rolle – jeder wird seinen Anteil über einen kalkulatorischen Kostenfaktor berappen müssen. Das geht zu Lasten der Fondsrendite. Für eine solche Feststellung bedarf es keiner Glaskugel. Egal ob man sich selbst Maschinenanteile gekauft hätte oder nicht. Die Geldfuxx-Strategie hatte das jedenfalls nicht vorgesehen. Das bisherige Partnermodell ließ sich problemlos kostengünstig per Internetportal und in großen Teil vollautomatisiert von der Firma mit verwalten. Ein Fonds benötigt schon aus rechtlichen Gründen dazu einen vollkommen anderen Verwaltungsapparat und der verursacht erhebliche Kosten. Wer glauben Sie, wird die mit was bezahlen?

Die Antwort von Recyclix auf unsere Anfrage (bitteanklicken zum vergrößern)
Die Antwort von Recyclix auf unsere Anfrage (bitte anklicken zum vergrößern)

Okay, das sind jetzt „Spekulationen“ von denen CCO* Heusslein beziehungsweise Erika Reinhold vom „Customer Relation Management“ gebeten haben, man möge doch von ihnen Abstand nehmen und die Mitteilung von Recyclix abwarten (siehe Bild). Wer aber Anlegern essentielle Informationen vorenthält, sie quasi am ausgestreckten Arm verhungern läßt, darf sich über Mutmaßungen ja nicht bloß nicht wundern, er provoziert sie geradezu selbst. CCO Klaus Heusslein muß sich da auch an die eigene Nase fassen, da er noch am 14. Oktober 2016 bei einem Vortrag vor Recyclix-Partnern in München, als ihm das weitere Vorgehen von Recyclix als Mitglied der Firmen-Führungsebene bekannt gewesen sein muss, diese über die bevorstehenden gravierenden Änderungen nicht informierte. Man könnte auch sagen, er hat darüber hinweggetäuscht.

In der Summe zeigt das Recyclix-Verhalten gerade der letzten Wochen, dass die Recyclix-Teilnehmer und deren finanzielle Zielplanungen, welche mit dem Recyclix-Angebot erst möglich geworden sind und auch gezielt beworben wurden, der Firma letztlich vollkommen „Jacke wie Hose“ sind. Nämlich so was von egal, wie es schlimmer nicht vorstellbar ist. Übrigens eine Form der Anleger-Informationspolitik, die jede deutsche Aufsichtsbehörde bei einer Fondsgesellschaft keineswegs dulden würde. Wissen Sie, wie das in Polen gehandhabt und was in Zukunft da auf Sie zukommen wird?

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Wird er von Recyclix im Stich gelassen…?

Der Geldfuxx meint: Das Gesäusel vom „ethischen Geschäftsgebaren“ und der „grünen Verantwortung gegenüber unserer Umwelt“ in den Foren und Facebook-Gruppen – von der Firma geschürt – wird dort nicht verstummen. Es ist leider jedoch nur noch ideologisch verblendete, ja eine verlogene Fassade. Es ging und geht der Firma, wie diese zwischen den Zeilen ihrer Mitteilungen ja selbst bestätigt (siehe Foto), einzig und allein um den Wunsch, eine möglichst große Menge Anlegergelder einzusammeln. Das bisherige Müll-Modell war von Beginn an dafür als eine Art „automatisierter Rattenfänger“ geplant. Wer dennoch glaubt, jetzt dort einsteigen zu müssen, sollte nicht mehr als die zur Kontenaktivierung benötigten 20 EUR investieren. Der Geldfuxx rät unbedingt zur Vorsicht und zu der bereits vorstehend beschriebenen Maßnahme.

Für unsere Geldfuxx-Teampartner, werden wir Alternativen finden. Wir haben die Recyclix-Werbung von unserer Seite entfernt und ersuchen unsere Team-Partner aus rechtlichen Gründen ebenso zu verfahren.


* UNICUM Karrierezentrum – CCO

 

9 thoughts on “Recyclix läßt die Katze aus dem Sack

  1. Ich teile deine Ansichten alle, bis auf einen einzigen Punkt. Du schreibst:

    „Das Besondere war, daß die Rendite aus einem realen Verarbeitungsprozeß und anschließendem Handelsgeschäft resultierte. “

    Tatsächlich gibt es kurioserweise nicht mal dafür bis heute einen einzigen ECHTEN Beweis. Denn die Fabriken in denen die Führungen standfinden/fanden gehörten nie Recyclix spzoo (gibt Heusslein mittlerweile selbst in einem Video zu) und die angeblichen Kooperations-Partnerfirmen verfügen über keinerlei Verträge mit Recyclix. (Auch das gibt er zu, wobei er hinzufügt, dass man die offizielle Partnerschaft im Jahre 2017 durch Verträge besiegeln will – angeblich.) Anfragen bei bspw. Green World über eine vorhandene Partnerschaft mit Recyclix bleiben übrigens generell unbeantwortet. Na schauen wir mal wie es weitergeht. Man darf gespannt sein…

    1. Ich kann Dir nicht widersprechen und muß zugeben, hier auf ein – wie ich meine – äußerst raffiniert ausgeklügeltes Blendwerk hereingefallen zu sein. Ich bitte darum, diese Einschätzung nicht als Schutzbehauptung für meinen eigenen Fehler zu verstehen. Was ich mir ankreiden muss, ist schnell gefunden: vor der eigenen ersten Investition nicht hart und gründlich genug an der Oberfläche des Angebots gekratzt und dieses hinterfragt zu haben. Es bleibt nur zu hoffen, daß alle Teilnehmer schadlos aus der Geschichte kommen.

    1. Das wurde uns von unseren südtiroler Freunden inzwischen bestätigt. Sie sind, wie sie uns berichteten, seit Wochen ohne jegliche Information, da auch die Recyclix-Internetseite in Italien vom Netz genommen wurde. Da ich selbst über einen längeren Zeitraum nicht in Italien war, hatte ich das nicht mitbekommen.

  2. Bis jetzt wurden alle beantragten Auszahlungen innerhalb von 3 Tagen vollzogen, ausserdem hat keine andere (Organisation)-(Programme) wie map usw. seinen Kunden mitgeteilt wie es weitergeht. Deshalb kann man cyclix nicht als (betrug) hinstellen! Jetzt allerdings noch zu Investieren ist nicht sinnvoll.

    1. Das stimmt so nicht, viele klagen über lange Wartezeit der Auszahlungen. Außerdem hat es jetzt auch noch gebrannt auf der Anlage, Brand am 14.2 Bekanntgabe erst am 28.2. Warum so spät?

  3. Wollte vor ein paar Tagen von Recyclix Geld/Guthaben auf mein Konto überwiesen haben, mit der Antwort :“..mein Konto muss nochmals verifiziert werden, wozu wir ein Foto mit ihrem Konterfei samt gut leserlichem Dokument benötigen…“.
    Gesagt getan, seit zwei Tagen wird das Dokument „geprüft“ und ich kann überhaupt nichts in meiner site machen, da blockiert. Super!
    Heute hat mir ein Freund eure Recherche geschickt, ich habe gestern Support in Polen angeschrieben, bis dato ohne Erfolg.

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