Der Traum vom schnellen Geld: iRobot

„1 1/2 Versuche“ mit Tradingbots zum Erfolg zu kommen

schautafel von kursausschlägen und tradingsignalen für binäre optionen
Erfolg mit Binären Optionen – die Verlockung ist groß

Daß es an der Börse mit bestimmten Geschäften sehr viel Geld zu holen gibt, ist ein offenes Geheimnis. Es ist der Optionshandel, der mit hohen Gewinnen lockt. Selbstverständlich ist auch das Verlustrisiko entsprechend hoch. Noch schneller geht das Geldvernichten mit sogenannten Binären Optionen. Im Sekundentakt gehandelt, werden ebenso schnell Vermögen aufgearbeitet oder halt auch gewonnen. Ja, es gibt diesen Handel auch mit einer Taktung bis hin zu einer Stunde, aber wenn Sie schon Geld verlieren, wollen Sie sich dann auch noch bis zum Jüngsten Tag quälen lassen?

Die Entscheidung, den Börsenhandel auf direktem Weg als Geldquelle für den 15.000-Dollar-Marathon zu erschließen, hatte ich ja schon im Oktober 2016 getroffen. Da sich das Engagegement bei Skyllex so prächtig entwickelte, habe ich sie jedoch bei Seite geschoben. Die beiden letzten Monate März und April sind nicht gut gelaufen, wie Sie möglicherweise mitbekommen haben. Wollte man die Ereignisse mit einer entsprechenden Karte beim „Monopoly“ vergleichen, stünde wohl auf der „…ziehen sie nicht über LOS. Ziehen sie nicht 2.000 ein“, nur um im nächsten Spielzug gleich auf der mit Hotels vollgepflasterten Schloßalle zu landen. Und die gehörte im Frühjahr 2017 natürlich nicht dem Geldfuxx. Versteht sich von alleine, oder?

In solchen Augenblicken juckt es förmlich in den Fingern, endlich mit der Börse durchzustarten. Ein Kollege im Team hat sich bestens darauf vorbereitet, Charts und Signale studiert – stundenlang – tagelang – ja wochenlang. Von der Lernphase ging das Experiment über in die praktische Erprobung. Der Einsatz des Demokontos brachte es dann schnell an den Tag: die Signale wurden richtig gedeutet, dennoch wäre jeder Handel außerhalb des „Laborversuchs“ gescheitert. Lange wurde gerätselt, woran es liegen könnte. Ausgemacht wurde der Fehler dann in einer zu geringen Übertragungsgeschwindigkeit des Datennetzes. Gerade beim Handel mit Binären Optionen entscheiden hundertstel Sekunden über Erfolg oder Mißerfolg. Die Vorstellung durch eigenes Trading die Börse als Einnahmequelle zu erschließen war damit dahin. Deutschland ist nun einmal bei der Geschwindigkeit des Datentransfers nahezu flächendeckend Entwicklungsland.

breitband-verfuegbarkeit in deutschland ende 2016 mit 50 mbit oder mehr
Breitband-Verfügbarkeit in Deutschland mit 50 Mbit oder mehr Ende 2016

Diese widrigen Voraussetzungen lassen sich eventuell durch den Einsatz der vielgepriesenen Tradingroboter ausschließen, so meine Überlegung. Werbung für diese viralen Wundermaschinen überflutet tagtäglich die eMail-Postfächer. HBSwiss bietet da zum Beispiel eine Möglichkeit und ist meine erste Wahl gewesen. Also habe ich mich dort angemeldet, um mir die Geschichte einmal Backstage anzusehen. Das war keine gute Idee – denn kaum angemeldet, klingelte auch schon das Telefon und ein „Berater“ der Brokerfirma war in der Leitung. Erst gab er sich hilfreich und zuvorkommend, als es um die Kreditkartenangaben ging – die ich ihm nicht geben wollte – wurde er drängend. Okay, ist sein Job. Ich kannte das von früher her, war ich doch schon vor zig Jahren im Optionshandel aktiv. Es hätte mich gewundert, wenn der Mann es nicht versucht hätte, mir vom ersten Augenblick einen Einsatz aus der Tasche zu ziehen. Als er merkte, daß ich eine „harte Nuß“ bin, die er nicht so schnell knacken konnte, zog er sich diplomatisch zurück, beendete das Gespräch, um mir quasi „Bedenkzeit“ einzuräumen.

Startbild des Werbevideos von HBSwiss

Etwa eine halbe Stunde später war er wieder in der Leitung und versuchte erneut sein Glück. Mit dem gleichen Ergebnis, denn ich kann in solchen Fällen furchtbar stur sein: wenn ich nicht will, will ich nicht – basta! Das Telefonat war kurz, aber durchaus  angemessen freundlich. Was danach kam, waren Mails die das HBSwiss-Trading priesen, wie Sauerbier und auch mit kleinen Spitzen versuchend, die Countdown-Schraube anzuziehen. Schließlich nehme man nur eine eng begrenzte Teilnehmerzahl im erlesenen Kreis der künftigen Millionäre auf und wer da nicht rechtzeitig sein Konto durch eine Einzahlung aktiviere, habe eben Pech!

Ich hab‘ mein Pech riskiert und nichts gemacht; keine Einzahlung vorgenommen. Daraufhin wurde ich am Folgetag mit, neben weiteren Werbemails, auch von einer meines mir vom Brokerhaus zugeteilten „Beraters“ beglückt. Im Betreff stand wörtlich: „Sie müssen verrückt sein…“!

Wenn der für seine flapsigen und auch mal reißerischen Betreffzeilen bekannte Affiliate-König Ralf Schmitz eine seiner Werbemails mit einem solchen Betreff schmücken würde, könnte mich das durchaus amüsieren, denn da wäre schon einmal die Ansprache mit einem freundlichen „Du“ sehr viel lockerer. Man kennt sich, wenn auch nur einseitig per Mail, schon seit geraumer Zeit und ich weiß eben, wie er ist, der von mir hochgeschätzte Ralf Schmitz. Es besteht durch den regelmäßigen und vor allen Dingen auch autorisierten Bezug seiner Mails ein Vertrauensverhätlnis  Da hätte eine solche Betreffzeile ein vollkommen andere Wirkung, wie dies im Fall einer absolut neuen und sich gerade anbahnenden Geschäftsbeziehung mit der HBSwiss der Fall war.

Altmodisch, meine Denke? Vielleicht, aber in solchen Fällen nehme ich es mit der Form schon etwas genauer, denn die Gegenseite will mein Geld. Sie lebt von Leuten wie mir, die bereit sind, Geld und dabei durchaus auch hohe Beträge zu riskieren, bis hin zum Totalverlust und dabei ganz genau wissen, daß der „Berater“ in jedem Fall daran verdient. Egal, ob der Deal für mich positiv oder negativ verläuft. Im Gegensatz zum Trader sind der „Berater“ und dessen Brötchengeber – der Broker – immer auf der Gewinnerseite. Da lasse ich mir eine solche Anrede ganz sicher nicht gefallen. Also wurde die Company angeschrieben und ihr die Beendigung des Kontakts mitgeteilt. Seither kommen immer wieder nicht erwünschte Mails von angeblichen, mir vollkommen unbekannten Privatpersonen, die auf das HBS-Angebot hinweisen und die dort landen, wo sie hingehören – im Spam-Ordner.

die startseite von irobot verspricht was die software nicht halten willNach diesem ersten gescheiterten Versuch, mit einem Trading-Roboter an’s Ziel zu gelangen, der schon von Beginn mit negativem Vorzeichen versehen war und daher bereits nichts werden konnte, bot sich eine weitere vollautomatisierte Tradingsoftware an: iRobot mit bis zu 85 Prozent Gewinnrate.

Die Anmeldung war relativ schnell erledigt, die Verifizierung kann auch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden und die Einzahlung des Minimums von 250 EUR ging mit „sofortüberweisung“ gewohnt schnell. Für den Tradingroboter habe ich an diesem ersten Abend, Freitag, 28. April, die Standardeinstellungen belassen. Es war noch Zeit für zwei Trades à 20 USD. Gewonnen – verloren und ein leichtes Minus im Konto von rund sechs Dollar. So ging’s in’s Wochenende, denn bekannterweise haben die Börsen samstags und sonntags geschlossen.

Da jedoch der 1. Mai kein internationaler Feiertag ist, ging’s letzte Nacht munter weiter. Gegen 3.32 Uhr, kurz nach dem Öffnen der Börsen in Asien, erreichte iRobot den Höchststand mit 312 USD. Von da an ging’s – mit einer Tradingpause und marginalen Kontoerholungen – kontinuierlich bergab. Gegen 8.59 Uhr war das Guthaben bis auf Dollar 9.60 verbraten. Die vielgepriesene Tradingsoftware, welche angeblich bis zu 85 Prozent aller Trades gewinnt, hat wohl was gegen den Geldfuxx und dazu im Praxistest kläglich versagt. Zwei von drei Trades gingen mit beängstigender Regelmäßigkeit während der persönlichen Beobachtungszeit verloren. Dabei spielte es keine Rolle, ob im klassischen oder Fibonacci-Modus mit maximal zwei offenen Trades oder auch nur einem gehandelt wurde. Alleine von 8.18 Uhr bis 8.24 Uhr gingen alle sieben Trades den Bach runter. Auch die Handelstaktung war unerheblich – das Ergebnis wollte und wollte nicht besser werden.

Es spielt übrigens keine Rolle, ob auf klassische Art und Weise, also gleichbleibendem Einsatz oder unter Anwendung von Fibonacci beziehungsweise Martingale getradet wird. Letztere Option habe ich ausgelassen, da hierfür definitiv zu wenig Geld im Konto war. Da der Handel jedoch vollautomatisch abgewickelt wird, bestimmen diese Parameter bei der festgestellten Gewinnhäufigkeit lediglich die Geschwindigkeit des Kontoschwundes.

der hoechststand beim tradingversuch mit irobot - von nun an gings bergab
Der Höchststand – mehr war für iRobot nicht zu erreichen…

Zwischendurch war ich versucht, das Konto aufzulösen, so bei Beträgen zwischen 150 und 200 Dollar. Dabei stellte sich heraus, daß der Broker bei Auszahlungssummen unter 500 Dollar 25 Prozent Gebühren einbehält. Auch nicht gerade die „Feine Englische Art“. Unter diesen Voraussetzungen habe ich darauf verzichtet und den Roboter weiterlaufen lassen.

Etwa eine Stunde, nachdem das Konto leer war, meldete sich dann auch ein Berater des Brokerhauses „Stockpair“ am Telefon, um seine Hilfe anzubieten. Diese wäre auf persönliches Trading und natürlich erst einmal auf eine erneute Einzahlung hinausgelaufen, was ich vorerst und für absehbare Zeit schon vor diesem Anruf ausgeschlossen hatte. Alleine schon das technische Problem schiebt dem ja einen Riegel vor, wie auch der Berater einräumen mußte.

Enttäuschend auch der Umstand, daß „iRobot“ seine Arbeit nur verrichtet, wenn der Kontoinhaber eingelogt ist. Mit über Nacht laufen lassen und am nächsten Tag reich aufwachen oder bescheidener einfach nur „Geld verdienen im Schlaf“ geht da schon einmal überhaupt nichts!

Das vorläufige Ende vom schnellen Reichwerden mit IRobot

Der Tradingrobter-Test von „iRobot“ ist aus meiner Sicht im Ergebnis in allen Punkten negativ ausgegangen. Zumindest diese Software scheint zur Geldvernichtung mehr zu taugen, denn zur Geldvermehrung. Ob die Geldfüxxe mit einer anderen Software noch einmal das Risiko eingehen werden, ist derzeit unbestimmt. Auch wenn es nur der Mindesteinsatz von 250 Dollar war, der als Lehrgeld von dannen zog, ist das ein Betrag, dessen Verlust  so überhaupt nicht zu den Vorgaben des 15.000-Dollar-Marathons paßt. Der weitere Handel mit Binären Optionen fällt damit im Wettbewerb als Geldquelle für den Geldfuxx aus. Bliebe eventuell die Option mit „Social Trading“ und dem automatischen Kopieren von anderen, erfolgreichen Tradern. Dazu dann eventuell in einem der kommenden Beiträge mehr.

Der 15.000-Dollar-Marathon

Dezember 2016:
November 2016:
Nie wieder RevShare – oder doch?

 

Oktober 2016:

Der Oktober ohne meßbare Marathon-Fortschritte

September 2016:

 

August 2016:

 

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